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| Städtereisen |
"Komm, wir unternehmen eine Städtereise", meinte neulich ein Freund zu mir. Warum nicht, dachte ich mir und wir sassen zusammen, um uns auf eine Destination zu einigen. Ziel war es, einen Ort zu finden, an dem wir beide noch nicht waren. Gar nicht so einfach. Zum Schluss blieben Dresden und Dublin übrig. Wir entschieden uns für die britischen Inseln. Von zahlreichen Rosamunde Pilcher-Filmen beeinflusst, nahm ich an, dass Dublin eine grüne und freundliche Stadt sei. Der perfekte Ort also, um mit einem langjährigen Freund ein wenig übers Leben zu sinnieren.
Sinniert haben wir zwar, aber eher über einen möglichen Suizid per Helium denn über das blühende Leben. Und schuld daran war vor allem die Umgebung, welche uns schon nach wenigen Stunden in eine tiefe Depression knüppelte. Kaum in Dublin angekommen, blies uns ein eiskalter Wind ins Gesicht. Gemischt mit praktisch wagrecht peitschendem Regen nicht gerade der erwartete Erstkontakt mit Irland. Nach einigen sprachlichen Problemen fanden wir schliesslich einen Taxifahrer, der uns in die Innenstadt fuhr. Für 85 Euro! Etwas viel Geld für eine 15-minütige Fahrt. Die pitbullähnlichen Falten am Halsansatz des Fahrers liessen uns den Fahrpreis trotzdem grosszügig aufrunden. Als wir endlich in unserem Hotelzimmer standen, war es nicht geputzt. Na ja, kann vorkommen, dachten wir uns und gingen zurück an die Rezeption. Man werde sich darum kümmern, meinte die pummelige Rothaarige hinter dem Desk und verwies uns in die Bar. Nach zwei Pint Guinness für umgerechnet 18 Franken standen wir eine Stunde später wieder im Hotelzimmer. Nun war es zwar sauber, aber die portugiesische Putzfrau hatte eine solche Ausdünstung, dass ein erneuter Barbesuch bei gleichzeitiger Totallüftung des Raums unumgänglich war. Nach weiteren 36 Franken konnten wir endlich unser Gepäck deponieren und ein wenig in der Stadt herumschlendern. Obwohl es bitterkalt war, trugen die Menschen in den Strassen fast alle Trainingshosen, Sandaletten und fleckige Fussball-T-Shirts oder unmodische Pyjama-Oberteile. Der eine oder andere kotzte vor unseren Augen auf die Strasse, wischte sich die Essenreste aus dem Gesicht und rannte in den nächsten Pub. Was haben die denn alle? Wieso rennen die in die Kneipen wie die Irren? Die Beizen können doch nicht fliehen! Zehn Minuten später wussten wir wieso: 1. Feierabend um 23 Uhr, 2. Am nächsten Tag – Karfreitag – galt ein absolutes Alkoholverbot. Aha.
Der Karfreitag war dann tatsächlich ziemlich depressiv. In die Glotze hätte ich auch zu Hause starren können. Dort allerdings hätte ich wenigstens etwas verstanden… Nach langen 24 Stunden wurde es endlich Samstag. Zeit, ein wenig Party zu machen. Daraus wurde allerdings auch nichts. Nach einem Irish Stew lagen mein Freund und ich mit einer Magenverstimmung im ach so geliebten Hotelzimmer und waren schliesslich froh, dass wir am Sonntag wieder abreisen konnten. Und die Moral von der Geschicht? Verachte die Heimat nicht. Nächstes Mal gehen wir nach Lausanne oder nach Chur, nach Thun oder nach Aarau. Schlechter als Dublin kann's nicht werden!
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| Klima-Bilanz |
In der letzten Kolumne haben wir uns mit Namen beschäftigt. Adolf Lu Hitler Marak wurde übrigens ins Parlament des indischen Bundesstaates Meghalaya gewählt. Wer's nicht glaubt, prüfe die offizielle Homepage der Region:
megassembly.gov.in
und suche dort nach dem Eintrag "Newly Elected Members to the Eight Meghalaya Legislative Assembly". Auf Position 57 finden politisch Interessierte Hitler Marak von der Nationalen Kongress Partei. Ebenfalls als Volksvertreter darf Frankenstein Momin (Position 41) amten.
Ein weiterer Artikel in einer anderen grossen Schweizer Tageszeitung beweist, dass das Leben nicht nur die besten, sondern auch die schlechtesten Geschichten schreibt:
WALFLEISCH HAT EINE BESSERE KLIMA-BILANZ ALS RIND
Jedes noch so ferne Argument ist den norwegischen Walfängern recht, um ihre Jagd auf die grossen Meeressäuger zu rechtfertigen. Jetzt hat die walfangfreundliche Organisation Hoge Nord Alliansen eine Untersuchung vorgelegt, nach der der Verzehr von Walfleisch deutlich umweltfreundlicher sein soll als der von Rindfleisch.
"Die Klimabelastung durch Rindfleisch ist beispielsweise achtmal höher als durch Walfleisch", zitiert die norwegische Tageszeitung Nordlys Rune Frovik von der Allianz am Dienstag. Auch Lamm, Schwein, Geflügel sowie verschiedene Arten von Meeresfischen schnitten schlechter ab als Walfleisch [...] Deswegen "kann die Bevölkerung Walfleisch mit gutem Gewissen verzehren", erklärt Frovik.
Eine ganz schlechte Geschichte. Wendet man die gleichen Massstäbe wie die Hoge Nord Alliansen an, hat Menschenfleisch ebenfalls eine bessere Klima-Bilanz als Rind. So gesehen hat Armin Meiwes nur zum Wohle der Umwelt gehandelt und sollte von Greenpeace den Ehrendoktortitel erhalten. Vielleicht überreicht ihn ja Rune Frovik, der nach dem Festakt gleich in ein herrliches und umweltschonendes Apéro-Tartar für die geladenen Gäste verarbeitet werden könnte. En guete! |
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